Regionalanästhesie

Die Regionalanästhesien können in folgende Gruppen unterteilt werden :

1.) Periphere Nervenblockaden
2.) Rückenmarksnahe Anästhesien

1. Die periphere Nervenblockaden
Hier wird eine zeitlich begrenzte Nerven-Betäubung im Bereiche der Nervenbahnen angelegt. Am häufigsten werden die Arme oder die Beine mit dieser Technik anästhesiert. Die mittels speziellen Nadeln zugeführten Medikamenten verlangsamen oder blockieren die Nervenübertragung, der Körperabschnitt wird schwer und gefühllos. Zur korrekten Platzierung werden sogenannte Stimulationsnadeln gebraucht. Die Nadel werden in die Nähe des zu betäubenden Nervs gebracht. Die richtige Lage der Nadel wird durch ein Muskelzucken der entsprechenden Region, zum Beispiel der Finger, angezeigt.
Gerade bei Operationen im Bereiche der Arme, Beine, Hüfte und Hände sind diese Techniken sehr verbreitet.  Zudem können auch dünne Katheter eingelegt werden, über welche das Medikament auch nach der Operation für einige Tage verabreicht werden kann, um die Schmerzen zu lindern.

 

2. Die rückenmarksnahen Anästhesien
· Spinalanästhesie
· Periduralanästhesie
· Kombinierte Spinal- und Periduralanästhesie

Spinalanästhesie
Schmerzfreie Eingriffe unterhalb des Bauchnabels werden auch durch die Spinalanästhesie ermöglicht. Unterbauch, Beckenbereich und Beine werden durch die Betäubung der vom Operationsgebiet zum Rückenmark führenden Nerven gefühllos.  Die Spinalanästhesie wird im Sitzen oder in Seitenlage durchgeführt. Nach einer örtlichen Betäubung führt der Anästhesist eine sehr dünne Nadel zwischen den Lendenwirbelkörpern ein. In der Folge wird eine geringe Menge Lokalanästhetikum eingespritzt, welches sich im sogenannten Liquorraum verteilt. Sie verspüren ein Wärmegefühl in den Beinen und können diese schon bald nicht mehr oder nur noch eingeschränkt bewegen. Die Schmerzempfindung ist ausgeschaltet und diese Wirkung hält bis zu etwa 6 Stunden an.

(Bild: www.google.ch)



Periduralanästhesie
Die Periduralanästhesie ermöglicht Schmerzfreiheit für alle Eingriffe im Bereich des Beckens, des Unterleibes und der Beine. Wir betäuben dabei die vom Operationsgebiet zum Rückenmark führenden Nerven. Dazu wird Ihnen ein Betäubungsmittel an einer bestimmten Stelle der Wirbelsäule in Ihren Rücken gespritzt.

Zunächst wird mit einer Hohlnadel der Raum über der harten Rückenmarkshaut (Periduralraum) punktiert. Dies ist nicht  schmerzhaft, da die Einstichstelle vorher örtlich betäubt wird. Über die nun liegende Hohlnadel wird ein sehr dünner und flexibler Kunststoffschlauch (Periduralkatheter) in den Periduralraum eingebracht. Anschließend wird die Hohlnadel wieder entfernt, nur der Periduralkatheter bleibt, über den dann das Lokalanästhetikum gegeben werden kann. Das örtliche Betäubungsmittel wirkt nach etwa 15 Minuten: der betäubte Bereich wird warm und gefühllos, die Beine lassen sich danach möglicherweise mehrere Stunden nicht oder nur eingeschränkt bewegen. Die Wirkung der Periduralanästhesie kann zeitlich genau gesteuert werden. Meistens wird an den Periduralkatheter eine Pumpe angeschlossen, welche kontinuierlich eine für Sie individuell bestimmte Menge eines Medikamentes abgibt, so dass eine Ihren Bedürfnissen angepasste Schmerzfreiheit gewährleistet ist, sei dies nur während der Operation oder auch während mehreren Tagen nach der Operation auf der Abteilung.


(Bild: www.google.ch)